Erfahrungsbericht: Kulturwissenschaften Fernstudium an der FernUniversität in Hagen

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Erfahrungsbericht von Caro, 26 Jahre alt:

Kulturwissenschaften an der FernUniversität in Hagen

Nach dem Abitur habe ich zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht und anschließend im selben Unternehmen als Online-Redakteurin gearbeitet, da mir das Texten noch besser lag als Mediendesign. Allerdings merkte ich mit 26 Jahren, dass auch dieser Beruf nur „ganz okay“ für mich ist, und „ganz okay“ für ein Leben lang nicht reicht. Gerne wollte ich in die Verlagsbranche wechseln, nachdem ich nebenher bereits für ein paar Projekte mal Autorin und mal Lektorin sein durfte. Daher wusste ich aber auch schon um die immer noch große Bedeutung eines geisteswissenschaftlichen Hochschulabschluss für diesen Zweig. Hinzu kam ein noch viel wichtigerer Punkt: Ich hatte richtig Lust darauf, zu studieren, viel Fachliteratur zu lesen und vor allem wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. So machte ich mich bald darauf über die Möglichkeiten an diversen Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und privaten Schulen schlau. Es vergingen noch zwei Jahre, bis ich mir sicher war, wo ich was und wie studieren wollen würde, und ich somit den Schritt machen konnte, meinen sicheren Arbeitsplatz zu verlassen. Nach langer Überlegung fiel meine Wahl auf den Bachelorstudiengang der Kulturwissenschaften in Vollzeit an der FernUniversität in Hagen.

Fernstudium versus Präsenzstudium

Damit hatte ich mich also für ein Fernstudium entschieden, obwohl ein Präsenzstudium zuvor keineswegs ausgeschlossen wurde. Schließlich kann man aus diversen Gründen bewusst fernstudieren, statt sich von vornherein durch Kind und Kegel dazu berufen zu fühlen. Mir gefiel der Gedanke, relativ flexibel zu bleiben. So konnte ich für jedes Semester neu entscheiden, ob ich in Vollzeit oder in Teilzeit studiere. Wenn man gleichzeitig als Freiberufler mit schwankender Auftragslage arbeitet, gerade einen Hund großzieht, eine Fernbeziehung führt und einen pflegebedürftigen Verwandten in einer anderen Stadt hat, kann ein flexibles Fernstudium das Leben in vielerlei Hinsicht erleichtern. Auch wenn man weiß, dass man gerne und problemlos alleine nach eigenen Zeiten studiert, kann das für ein Fernstudium sprechen. Zudem hatte ich mich umgehört bei Leuten, die Personal einstellen. Allen Befragten war sofort bewusst, dass ein Fernstudium Selbstdisziplin bedeutet. Meine einzige Sorge wäre gewesen, dass man mir bei einem Fernstudium eventuell nicht genügend soziale Kompetenzen zutrauen würde. Allerdings hatte ich diese zuvor mit „normaler“ Ausbildung und Anstellung nachweisbar gesammelt.

Warum die FernUni Hagen?

Die Wahl der Fernschule fiel mir leicht: Die FernUniversität in Hagen ist die einzige staatliche Fernuniversität, während alle anderen in Deutschland privat bzw. Fernhochschulen sind. Sie ist mit ca. 1.200 Euro pro Studiengang (also 50 bis 60 Euro im Monat) günstig und gleichzeitig gut angesehen. Der Lernstoff ist recht anspruchsvoll und meistens gut verständlich und einigermaßen aktuell, die Prüfer sind genau und haben ihre Erwartungen. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Betreuer richtet sich oft danach, ob man als Student zeigt, dass man Interesse hat und sich Mühe gibt. Das finde ich nur fair. Die Absprache läuft bei Hausarbeiten besonders detailliert ab anhand Mail-Verkehr, Exposé und wahlweise Telefon. Auch gefällt mir, dass ich ein Stück weit aussuchen kann, auf welchen Kurs ich mich in einem Modul konzentriere und welche Prüfungsform ich wähle. Auf der anderen Seite sind gewisse Dinge vorgeschrieben: Mindestens drei Vorlesungen insgesamt sind Pflicht, genau wie mindestens zwei Klausuren, drei Hausarbeiten und zwei mündliche Prüfungen. Dabei ist für die mündlichen Prüfungen der eigene moderne Hagener Campus als Prüfungsort vorgeschrieben, während Klausuren in vielen Universitäten und Hochschulen stattfinden, und die FernUni für Präsenzveranstaltungen und Lerntreffs über etliche Regionalzentren verfügt, zu denen die Professoren reisen. Die Mindestanzahl für Prüfungsformen und Seminare gibt mir jedenfalls ein gutes Gefühl für die Tatsache, dass es sich um einen staatlichen akademischen Abschluss handelt, der damit keineswegs als geschenkt gelten kann. Ein weiteres Kriterium war für mich, dass das Studium an der FernUni Hagen BAföG-berechtigt ist, solange man in Vollzeit studiert. So kann ich nebenher für 450 Euro jobben und mich ansonsten auf das Studium konzentrieren und dabei auch freiwilligen Aktivitäten nachgehen. Dafür bietet die FernUniversität immerhin einige Möglichkeiten. Es gibt Infoveranstaltungen bezüglich Lernen und Organisieren, Lerngruppen, Mentoriate und Tutoriate, wissenschaftliche Frühstückstreffs und – mein persönliches Highlight – Exkursionen ins Ausland, wie in meinem Fall nach Japan. Das alles ergänzt eine starke Präsenz Gleichgesinnter im Internet, nicht nur in der – teils betreuten – Uni-Plattform moodle. Allein ist man im Hagener Fernstudium also nur, wenn man es möchte.

Was man als Kulturwissenschaftler so macht

Den Bachelorstudiengang Kulturwissenschaften vergleiche ich gerne mit BWL, was im Übrigen mein Freund studiert hat: Man beschäftigt sich mit vielen verschiedenen Aspekten. Das ermöglicht eine große Auswahl an Schwerpunkten und Berufsmöglichkeiten. Dementsprechend gilt es seit einigen Jahren, sich innerhalb des Bachelorstudiengangs der Kulturwissenschaften einen Schwerpunkt zu setzen. Zwischen Literatur, Geschichte und Philosophie kann man wählen, um in dem Fach dann alle sechs Module zu belegen. Von einem der beiden anderen Fächer muss man als Nebenfach mindestens drei Module belegen, wozu ein Einführungsmodul gehört. Bei der Wahl der restlichen zwei Module vor der Bachelorarbeit hat man also wieder freie Hand. Und dafür stehen einem noch weitere Fächer zur Verfügung, in den Bereichen Soziologie und interkulturelle Studien. Somit beschäftigt man sich mit berühmten Autoren genauso wie mit philosophier Theorie und auch mit der Antike – wenn man es so will. Der Schwerpunkt hat Einfluss auf andere Auflagen – etwa die Bachelorarbeit muss zum Schwerpunkt passen, und zwei der drei mindestens zu schreibenden Hausarbeiten müssen ihm zugeordnet sein. Insgesamt bekommt man aber in verschiedene kulturbezogene Wissenschaften einen Einblick, was einem anschließend auch ermöglicht, zwischen vielen verschiedenen Masterstudiengängen zu wählen – ob nun Philosophie, Geschichte, Germanistik oder etwas noch einmal anderes. Dementsprechend sind die Berufsoptionen nach dem Studium vielseitig. Kulturwissenschaftler arbeiten in Museen, Bibliotheken, Verlagen, Universitäten, Archiven, aber auch für Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus, Veranstaltungsmanagement oder die Marktforschung. Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kultur kommt also vieles in Frage. Und so habe ich nicht nur gemerkt, dass mir die Studieninhalte Spaß machen, sondern auch, dass ich mir neben der angestrebten Verlagstätigkeit inzwischen auch noch ganz andere Sachen nach dem Studium vorstellen kann.

Mängel gibt es leider auch

Bei all der Zufriedenheit mit diesem Studium will ich aber auch die weniger gut gelösten Dinge ansprechen. Gerade für Kulturwissenschaftler und gerade für Literatur-Interessierte fällt schnell auf, dass es nur wenige Präsenzveranstaltungen gibt. Da man mindestens drei innerhalb des Studiengangs besuchen muss, ist der Andrang höher als das Angebot. Zwar gibt es prinzipiell in jeder Region und für jeden Geschmack Seminare, allerdings sind die (meistens 20) Plätze dafür schnell weg. Die Universität erklärt das mit fehlenden Mitteln für weitere Veranstaltungen. Es empfiehlt sich daher, regelmäßig auf der Veranstaltungsseite vorbeischauen. Ein Problem, das mehr zulasten der Kommilitonen geht, ist, dass viele sich anmelden und dann nicht hingehen, ohne sich abzumelden. So können diese Plätze nicht neu vergeben werden, obwohl die Universität das gerne würde. Wenigstens greifen hier einige Institute, etwa das Historische, durch, indem sie solche Spaßvögel vorerst sperren. Ein anderes Manko stellen einige Studienbriefe des Lese- und Lernstoffs dar. Während so manches Studienheft schon viele Jahre alt ist und einer Überarbeitung bedarf, sind andere dermaßen anstrengend zu lesen, dass man sich das leider nur mit versuchter Angeberei des akademischen Verfassers erklären kann. Einige Inhalte werden per Video-Vorlesung vermittelt, deren Präsentation eher einschläfernd wirkt. Glücklicherweise hält sich die Zahl beider Mankos in Grenzen, so dass ich sie als Ausrutscher verbuche, die man hoffentlich irgendwann optimiert. Dann wäre da noch die Betreuung. Nicht jedes Modul wird ausreichend betreut. Zu einigen Kursen wird man in moodle auch auf berechtigte Fragen nie eine Antwort seitens der Uni bekommen. Das ist schade. Wenigstens sind die umfangreichen Einführungsmodule sehr gut betreut, so dass sie nur so vor Übungsaufgaben und deren Korrekturen strotzen. Hier ist die Betreuung sicherlich am wichtigsten, aber auch in den anderen Modulen hätte ich sie ab und an gebraucht. Schade, dass hierfür offenbar das Personal fehlt. Diese Mängel sind schade, aber nicht wirklich schlimm. So kann ich die FernUni Hagen mit ihrem Fernstudiengang für Kulturwissenschaften definitiv empfehlen. Wenn sich Kommilitonen darüber aufregen, dass sie für die wenigen Klausuren mal eine Stunde fahren müssen, kann ich das nicht nachvollziehen. Was ich noch schade finde, ist, dass es bisher nur zwei Möglichkeiten für den Master danach gibt: „Philosophie im europäischen Kontext“ oder „Europäische Moderne – Geschichte und Literatur„. Zweiteres kommt für mich leider nicht in Frage, da ich mich nicht auf eine Epoche beschränken will. Allerdings ist laut einiger Regionalzentren ein reiner Geschichts-Master für 2016 oder 2017 in der Mache, auf dessen offizielle Ankündigung ich warte.

Fazit meines Fernstudiums: Empfehlenswert.

Nach nun eineinhalb Jahren Vollzeit-Studium, Halbzeit also, kann ich klar sagen, dass dieses Studium an der FernUniversität in Hagen eine Entscheidung fürs Leben war, die ich keinesfalls bereue. In Sachen Studienart, Studiengang und Schule habe ich genau die richtige Wahl getroffen. Erstens interessieren mich die kulturwissenschaftlichen Inhalte sehr, zweitens profitieren mein Beruf- und mein Privatleben vom Fernstudium, und drittens liefert die FernUni Hagen insgesamt gute Qualität. Bereits jetzt merke ich an der Anzahl und Art meiner Aufträge als freiberufliche Texterin und Autorin, dass Unternehmen wie Privatpersonen es zu schätzen wissen, dass ich mich in Sachen Lesen, Recherchieren und Texten derartig trainieren, fordern und prüfen lasse. Ich bin gespannt, wohin mich das Fernstudium beruflich wie auch charakterlich bringt. Aber erst einmal steht der Gedanke an ein geisteswissenschaftliches Masterstudium an. Vermutlich an der FernUniversität.

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