Erfahrungsbericht: Wirtschaftswissenschaft an der Fernuniversität Hagen

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Erfahrungsbericht von Doris, 32 Jahre alt:

Die Entscheidung für ein Fernstudium

Warum entscheidet sich ein Mensch zum Absolvieren eines Fernstudiums? Diese Frage wird einem Fernstudenten gerne gestellt. Häufig begleitet von einem verständnislosen Seitenblick. Sowohl Frage als auch Blick sind berechtigt.

In meinem Fall war es so, dass ich im Alter von 32 Jahren erkennen musste, dass mein Leben auf der beruflichen Schiene zum Stillstand gekommen war. Mit meiner Ausbildung zur Bürokauffrau hatte ich mein recht gutes Abitur quasi zum Fenster hinaus geworfen und der zwischenzeitlich (auch per Fernstudium) absolvierte Abschluss zur QM-Beauftragten war ausschließlich im Sinne und Auftrag meines Arbeitgebers erfolgt. Für mich selbst hatte ich damit in meinen Augen wenig erreicht. Auf dem Lebenskonto standen ein Schulabschluss, eine Ausbildung und danach die immer gleiche Firma mit den immer gleichen Aufgaben und wenig Perspektive zum Aufstieg.

Zu dieser Zeit hatte ich weder Partner noch Kinder noch die Ambition diesen Zustand zu ändern. Folglich blieb mir einiges an Zeit, in der ich mich mit der Frage nach meinen Zielen beschäftigen konnte. Schon lange hatte ich mit der Idee geliebäugelt noch einmal zu sehen was in mir steckt. Bildung schien mir noch die vielversprechendste Investition in meine Zukunft zu sein. Folglich machte ich mich auf die Suche nach der besten Bildung zum günstigsten Preis mit der größtmöglichen Zukunftsperspektive.

Meine Wahl fiel auf das Gebiet der Wirtschaftswissenschaften. Zum einen weil ich eine Begabung auf wissenschaftlichem Gebiet habe, zum anderen weil ich mittelfristig zwar über eine Änderung des Arbeitgebers nicht jedoch des Tätigkeitsgebietes nachdachte.

Ein Fernstudium schien für mich und meinen Lebensstil die optimale Alternative. Dreimal die Woche neben einem Vollzeitjob abends zur Schule zu müssen konnte ich mir nicht vorstellen. Also begab ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Fernuniversität.

Die Vorbereitung

Nach einigen Preisvergleichen kam für mich am Ende nur die Fernuniversität in Hagen in Frage. Hier wurde der Studiengang zum Bachelor of Science angeboten. Dieser Studiengang schien wie für mich gemacht. Die Zugangsvoraussetzungen (Abitur oder entsprechende berufliche Erfahrung) erfüllte ich und es wurden keine Praktika verlangt für die ich meinen Urlaub hätte einsetzen müssen. Lediglich zu den Klausuren sowie für ein Seminar im letzten Semester ist in diesem Studiengang die Präsenz zwingend notwendig. Die angegebene Studienzeit von 9 Semestern in Teilzeit schien mir recht lang. Zumal trotz der langen Dauer eine wöchentliche Lernzeit von 20 Stunden angeraten wurde.

Trotzdem schlug ich das Angebot zu einem Probesemester aus und bewarb mich direkt zum Studium. Letztlich erfolgt an der Universität Hagen die Zahlung der Gebühren pro Semester (ca. 250,00 Euro) und man kann jederzeit abbrechen. Die Beantragung eines BAFöG stand für mich nicht zur Debatte, ist jedoch möglich.

Am Ende des Weges winkt der Bachelor of Science als international anerkannter und berufsqualifizierender Abschluss. Dieser kann im weiteren Studium dann noch zum Master ausgebaut werden.

Um diesen Abschluss zu erreichen müssen zuerst 10 Pflichtmodule und 6 Wahlpflichtmodule erfolgreich absolviert werden. Erfolgreich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man jedes Modul mit einer zweistündigen Klausur abschließt die bestanden werden muss. Im Pflichtprogramm dürfen zwei Klausuren nicht bestanden werden. Die fehlenden Punkte müssen jedoch durch eine andere Klausur ausgeglichen werden. Um zu den Klausuren zugelassen zu werden, müssen zu bestimmten Terminen in jedem Modul Einsendeaufgaben gelöst und eingesendet werden.

Im letzten Semester ist dann ein Seminar zu besuchen und die Bachelorarbeit zu schreiben. Die Klausuren und das Seminar sind die einzigen Veranstaltungen mit Präsenzpflicht, alle anderen Anforderungen können bei freier Zeiteinteilung absolviert werden.

Dieses Programm und die Aussicht, dass ich ja auch schneller lernen und damit die Studienzeit verkürzen könnte, ließen mich zuversichtlich an den Start gehen.

Der Start an der Fernuniversität Hagen

Dann war es soweit. Ich wurde immatrikuliert und erhielt die ersten Unterlagen sowie einen Studentenausweis. Das Hochgefühl war unerwartet und erfreulich. Bis ich die Lehrunterlagen, sogenannte Skripte, auspackte.

Die Menge des Lehrstoffes erschlug mich fast. Ich begann zu begreifen, welche Anstrengung mir bevorstehen könnte und zweifelte an der Sinnhaftigkeit und an meinem Ehrgeiz. Ich hatte mich entschieden, die ersten Module nach dem von der Universität vorgeschlagenen Lehrplan zu belegen. Und ich verstand so ziemlich nichts von dem, was in den Skripten vor mir geschrieben war.

Als sehr hilfreich erwies es sich in diesem Moment, dass die Fernuniversität über Studienzentren in einigen Großstädten verfügt. Hier kann man außerhalb der standardisierten Betreuung (per Internet oder Telefon) auch persönliche Unterstützung einholen. Ein solches Studienzentrum befindet sich in Berlin. Das ist für mich eine knappe Stunde Fahrzeit mit der Bahn. Zu Beginn des Studiums wurde hier ein Einführungstag angeboten, über den ich per Mail informiert wurde. Dieser Tag war äußerst hilfreich. Es wurde der Aufbau des Studiums erklärt, die Internetpräsenz der Fernuniversität erläutert und hilfreiche Tipps und Tricks an die Studenten gegeben.

Zu meinen ersten beiden belegten Modulen (Mathe/Statistik und BWL/VWL) wurden an den Wochenenden im Studienzentrum sogenannte Mentoriate angeboten. Das sind Vorlesungen, die freiwillig besucht werden können. Nachdem ich recht erfolglos versucht hatte mich im Alleingang mit dem Stoff zu befassen, verbrachte ich meine Wochenenden von nun an zum Großteil in Mentoriaten. Ich musste erkennen, dass man Lernen auch verlernen kann. Allein konzentriertes Lesen bereitete mir anfangs Probleme. Genauso wie das stundenlange Stillsitzen und Mitschreiben in den Mentoriaten.

Über das Lehrangebot war ich letztlich sehr froh, da sowohl Verständnis als auch wissenschaftliches Denken wie nebenbei mit geschult wurden. Das alles war im Preis für das Semester bereits enthalten und ich war in der Lage, die ersten geforderten Einsendeaufgaben gut zu lösen.

Als es dann in die ersten Klausuren ging, war ich hoffnungsfroh und aufgeregt – und bin mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

Damit umzugehen war anfangs sehr hart. Aufgeben kam nach einer Woche Erholung für mich jedoch nicht in Frage. Für viele andere schon. Die Abbruchquote im Fernstudium ist sehr hoch und auch verständlich. Einige Kommilitonen entschieden sich am Ende doch für eine Präsenzuni, von anderen habe ich nie wieder gehört.

Fazit

Heute, im bereits 7. Semester muss ich rückwirkend manchmal lächeln. Über die hemdsärmelige Art mit der ich das Studium begonnen habe und auch über meine damalige Fehleinschätzung zu meinem Leben.

Es sollte jedem vor einem solchen Schritt klar sein, dass Familie, Freunde, Bekannte und das Leben als solches mehr Zeitraum beanspruchen als man denkt. Auch die freie Zeiteinteilung bei einem Fernstudium kann je nach individuellen Vorlieben eher Fluch als Segen sein. Letztlich sind die Mentoriate, Einsendeaufgaben und Klausuren zeitlich vorgegeben. Ein gewisser Termindruck kann und darf letztlich nicht vergessen werden.

Allerdings lerne ich heute definitiv keine 20 Stunden in der Woche. Vielmehr hat sich meine Art der Vorbereitung und des Lernens entwickelt. Lediglich die letzen vier Wochen vor den Klausuren begebe ich mich in eine Art Zölibat und richte mein Leben ziemlich ausschließlich auf die Uni aus. Mein Umfeld hat sich daran gewöhnt.

Inwiefern ich später von dem Studium profitieren kann, vermag ich heute weder zu sagen noch zu schätzen. Bereits jetzt konnte ich im Beruf profitieren. Mein Arbeitgeber schätzt mein extrem gewachsenes Konzentrationsvermögen in langen Meetings und schon lange stehe ich nicht mehr verhalten und unsicher vor den Vorgesetzten.

Wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich für ein Fernstudium entschieden habe und was ich mir davon verspreche, kann ich mit vollster Überzeugung sagen: „Ich tue das für mich“. Da viele Kommilitonen eben dieses Argument anbringen nehme ich an, dass das die beste Einstellung ist um in einem Fernstudium bestehen zu können.

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