Mentale Voraussetzungen – Bin ich zum Lernen geeignet?

Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen.“ (George Bernard Shaw)

a) Ziele und Erwartungen

Bei jedem neuen Thema, das sie lernen wollen, fragen sie sich zuerst, welche Erwartungen sie an das Thema haben und zu welchem Ziel sie das Durcharbeiten des Themas führen soll. Das hilft ihnen, sich einen Überblick zu verschaffen.

  • Geht es nur darum die Klausur in dem Thema irgendwie zu bestehen?
  • Interessiert sie das Thema besonders?
  • Handelt es sich um ein Grundlagenthema, dem man besonders viel Aufmerksamkeit schenken sollte, weil spätere Themen hierauf aufbauen?
  • Ist es ein Schwerpunktthema, das sie sich womöglich selbst ausgesucht haben?
  • Besteht ein Praxisbezug zu ihrer sonstigen Arbeit?

Allein sich vorab ein paar Minuten Gedanken über das Thema zu machen und sich Fragen zu stellen über die mit dem Thema verbundenen Ziele und Erwartungen, führen dazu, dass man sich unterbewusst analytisch mit dem Thema auseinander setzt, bevor es ins Detailwissen geht. Es hilft weiterhin, sich den Sinn und die Tragweite des Themas zu erschließen und zu verdeutlichen, was dazu führen kann, dass man intensiver in das Thema einsteigt und länger „am Ball“ bleibt.

b) Selbsteinschätzung / Selbstanalyse – Kann ich das?

So wie sie ein neues Thema gedanklich hinterfragen, sollten sie auch sich selbst hinterfragen. Sie haben bereits erkannt, dass das neue Thema besonders komplex ist oder dass sie noch gar kein Vorwissen hierzu haben? Benutzen sie diese Erkenntnisse und stellen sie eine Verbindung her zu dem, was sie leisten können.

  • Sie steigen in ein völlig neues Thema ein ohne Vorkenntnisse, dann planen sie hierfür mehr Zeit ein, als für ein Thema, dass sie aus der Vergangenheit bereits in und auswendig kennen.
  • Handelt es sich um ein Thema mit großen technischen und mathematischen Inhalten und liegen ihnen diese Bereiche so gar nicht? Dann überlegen sie bereits, wie sie diese Defizite ausgleichen können.

Wenn sie auf diese Weise an ein Thema herangehen, sind sie unterbewusst bereist auf etwaige Schwierigkeiten vorbereitet, können vorbeugen und entsprechend planen, Frustration wird sie im besten Fall verschonen, weil sie von ihr nicht kalt erwischt werden.
Eine ehrliche Selbsteinschätzung und Analyse der eigenen Fähigkeiten bezogen auf das neue Thema sind der Grundstein einer gelungenen Lern-Planung.

c) Motivation – Das Zünglein an der Waage

Die beste Motivation ist das eigene Wollen.“ (Olaf Dohmen)

Welches Ziel verfolgen sie mit dem Studium? Welche Erwartungen haben sie hieran?
Studieren sie, weil

  • man es von ihnen erwartet,
  • ihr Vorgesetzter dies von ihnen wünscht,
  • sie ihre Karriere beschleunigen wollen,
  • sind es finanzielle oder
  • gesellschaftliche Gründe
  • wollen oder brauchen sie den Abschluss als formelle Voraussetzung im Job oder
  • haben sie den Wunsch, sich in ihrem Fachgebiet qualitativ hochwertigeres Wissen anzueignen
  • ist es ihr Ehrgeiz, der sie dazu ermutigt, das Studium als Bester abzuschließen?

Die Qualität der Energie, die sie in das Studium und somit in das Lernen der einzelnen Inhalte stecken und somit wiederum der Erfolg des gesamten Studiums, ist in höchstem Maße von ihrer Motivation abhängig. Unterschätzen sie dabei nicht die Rolle ihres Unterbewusstseins. Je mehr sie brennen, je mehr Begeisterung sie für das Studium an den Tag legen, desto leichter wird es ihnen fallen.

Intrinsische und extrinsische Motivation – Woher kommt meine Motivation?

Man unterscheidet zwei Arten der Motivation, die intrinsische und die extrinsische Motivation. Intrinsische Motivation liegt vor, wenn man etwas um seiner selbst willen macht, einfach weil man Spaß daran hat, weil es Befriedigung bereitet, Anerkennung bringt oder einfach nur guttut. Extrinsische Motivation hingegen liegt vor, wenn man etwas macht, weil man sich davon einen Vorteil verspricht oder um einen Nachteil zu vermeiden.

Machen wir uns nichts vor, ein Selbststudium, wie es ein Fernstudium zu großen Teilen ist, ist nicht einfach zu managen. Neben den logistischen, zeitlichen und organisatorischen Dingen ist es besonders schwierig, über die gesamte Dauer des Studiums möglichst konstant motiviert zu bleiben, nicht einzuknicken oder gar aufzugeben. Intrinsische Motivation wirkt sich hier am stärksten aus. Je stärker der eigene Wille etwas zu erreichen ausgeprägt ist, desto geringer ist die Gefahr, dass wir das Ziel aus den Augen, also die Motivation verlieren. Zusätzlich kann uns extrinsische Motivation helfen. Je mehr Motivation uns von außen puscht, zum Beispiel durch gute Prüfungsleistungen, Anerkennung von Kollegen, Vorgesetzten und Freunden, desto mehr sind wir bereit dranzubleiben.

Wenn die Motivation ausbleibt, oder: Wie motiviert man sich selber?

Was aber ist, wenn die Motivation abflacht, sie vielleicht sogar dem Frust weicht, der Ehrgeiz schwindet und sich Selbstzweifel breit machen?
Dann gilt es mehr denn je zu verhindern, dass man in Lethargie verfällt und sich stattdessen selbst motiviert. Hier muss nochmals erwähnt werden, wie wichtig die Rolle des Unterbewusstseins ist. Malen sie sich die Zeit nach erfolgreichem Studienabschluss aus. Sie werden dann endlich

  • die ersehnte Beförderung antreten können,
  • mehr Geld verdienen,
  • mehr Anerkennung erhalten,
  • sie können nun endlich den beruflichen Weg einschlagen, von dem sie so lange geträumt haben.
  • die Abenden und Wochenenden, an denen sie bislang immer lernen müssen, stehen nun wieder für Freizeit, Freunde und Familie zur Verfügung.

Doch das allerwichtigste: Sie haben es sich selbst gezeigt! Sie haben sich bewiesen, dass sie es können, wenn sie nur wollen, wenn sie nur dran bleiben. Dieses erhabene Gefühl von Stolz wird ihnen niemand nehmen können. Stellen sie sich bereits jetzt vor, wie es sich anfühlen wird, wenn sie erfolgreich bestanden haben, und das trotz aller Widrigkeiten, trotz der Doppelbelastung durch Job und Studium. Sie haben Opfer gebracht in Form von Freizeit, Wochenenden und der aufgewandten Energie. Und nun werden sie dafür königlich entlohnt mit einem Gefühl von Stolz. Und das zurecht!

TIPP: Bleiben sie motiviert. Wenn es sein muss, wenden sie bei sich selber Tricks an, um sich zu motivieren, wenn es gerade mal nicht so gut läuft.
Vermeiden sie überzogene Erwartungen, indem sie selbstkritisch die Situation abwägen und sich realistische Ziele setzen.

AUTOR

Kevin Schroer

Hier schreibt für Sie Dipl. Kfm. Kevin Schroer - Seit meinem Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, im Fachbereich Betriebswirtschaft, schreibe ich für SIe über Fernstudiengänge und Fernkurs aus den Bereichen für Sprachen & Schulabschlüsse.

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