Physische Voraussetzungen beim Lernen – Schaffen sie ihre persönliche Lernumgebung

Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.“ (Carl Hilty)

a) Die Lernumgebung

Um die Zeit, die man zum Lernen aufbringt möglichst effizient zu nutzen, ist es wichtig, sich eine Umgebung zu schaffen, in der die Gefahr abgelenkt zu werden so gering wie möglich ist. Gerade wenn man abends nach Feierabend lernen will, schiebt man die vielen kleinen Dinge, die es noch zu erledigen gibt, voran. Haushalt, Einkäufe, Telefon, Internet, das abendliche Fernsehprogramm, Freunde. Legen sie für sich fest, wann sie sich welcher Beschäftigung widmen und halten sie sich nach Möglichkeit daran. Wenn sie lernen, dann lernen sie, sonst nichts.

Der geeignete Ort zum Lernen

Überlegen sie sich auch, wo sie wohl am ungestörtesten lernen können:

  • Ist das Wohnzimmer wirklich der geeignete Ort?
  • Haben sie die Möglichkeit, sich in ihrem Home-Office einzurichten, ohne permanent gestört zu werden?
  • Oder ist der Gang in die örtliche Bibliothek doch der lohnenswertere Weg?

Lernpsychologisch sinnvoll ist es, immer denselben Ort zu wählen, sich diesen so herzurichten, dass man direkt starten kann ohne sich lange einzurichten und die Umgebung anzupassen, z.B. indem man das Handy ausschaltet, den WG-Mitbewohnern zu verstehen gibt, dass man in dieser Zeit nicht gestört werden will und andere Dinge.

Die geeignete Zeit zum Lernen

Genauso wichtig wie der richtige Ort ist auch die richtige Zeit zum Lernen. Bekanntermaßen sind wir am Vormittag aufnahmefähiger und produktiver als am Nachmittag. Allgemein ist es abends oft schwer, die letzten vom Tag übrig gebliebenen Ressourcen aufs Lernen zu fokussieren. Doch gibt es auch genügend Menschen, die in der Lage sind, ganze Nächte produktiv durchzuarbeiten. Auch kann man sich an Ort und Zeit gewöhnen. Wenn man Routine in eine Handlung hineinbringt, dauert es in der Regeln oft nur wenige Wochen, bis man sich daran gewöhnt hat und regelrecht eine neue Gewohnheit entstanden ist.

Finden sie für sich heraus, welcher Orts- und Zeit-Lerntyp sie sind und versuchen sie ihre Lerneinheiten daran anzupassen. Es macht wenig Sinn, jeden Abend spät zu lernen, wenn sie am nächsten Morgen nichts davon behalten haben. Die Zeit könnten sie dann anders besser nutzen.
Beachten sie auch, dass Lernen nicht gleich Lernen ist und aus unterschiedlichen Tätigkeiten besteht. Sich ein komplett neues Gebiet zu erschließen braucht mehr Aufmerksamkeit und Kraft, als zur Wiederholung noch mal einen Text zu lesen. Eine Übung zu absolvieren fordert mehr Energie als den nächsten Stapel Karteikarten durchzublättern.

b) Äußere Faktoren – Stress und Druck vermeiden

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass äußere Einflüsse wie Druck, Erwartungshaltungen usw. auf ihre Psyche einwirken, sollten sie möglichen Quellen früh entgegenwirken. Behalten sie die zur Verfügung stehende Zeit im Auge, um nicht unter Zeitdruck zu geraten. Wenn Kollegen, Vorgesetzte, Bekannte dazu neigen sie permanent zu fragen, wie es mit dem Studium läuft und sie das ebenfalls stresst, führen sie klare Regeln ein. Teilen sie höflich aber bestimmt mit, dass sie von sich aus zu gegebener Zeit wissen lassen wie es läuft. Ihre Mitmenschen werden dafür sicherlich Verständnis haben.

Aber auch von Seiten der Dozenten und Kommilitonen sollten sie sich nicht psychisch negativ unter Druck setzen lassen. Klären sie im Vorfeld die Anforderungen an eine Prüfung ab, um sich ausreichend darauf vorbereiten zu können und nicht erst zwei Tage vorher beim Lehrenden nachfragen. Insbesondere was Haus- und Ferienarbeiten und Projektarbeiten angeht, informieren sie sich frühzeitig über alle Formanforderungen, holen sie sich rechtzeitig Feedback und klären sie Fragen sobald sie entstehen. Dadurch verhindern sie, dass sie von Problemen, Fragen und anderen Anforderungen und Ungewissheiten überrollt werden und diese sich auf die Qualität ihrer Arbeit auswirken.

c) Lernmaterial – Das Arbeitswerkzeug

Abhängig von Hochschule, Studienfach und Dozenten gibt es heute ein riesiges Arsenal an Informationsquellen. Das klassische Lehrbuch deckt nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten ab. Im multimedialen Zeitalter werden Vorlesungen aufgezeichnet und sind im Internet jederzeit abrufbar. Hörbücher und Podcasts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weshalb das Angebot stetig zunimmt. Kommerzielle Repetitoren bieten privaten Nachhilfeunterricht an und Online-Kurse werden sowohl von Hochschul- als auch von zivilen Einrichtungen angeboten. Die bewehrten Karteikarten kann man zwar immer noch selber schreiben, oder mit einer App aufs Smartphone holen und nach generierten Zeitintervallen zur Wiederholung vorlegen lassen.

Das Angebot ist nahezu unüberschaubar. Umso wichtiger, dass sie für sich frühzeitig herausfinden, welche Materialien und in welcher Form für sie am besten geeignet sind. Hier gilt die einfache Regel: Probieren geht über Studieren. Das heißt:

  • Schauen sie sich an, welche Möglichkeiten ihre Hochschule bietet und wie sie mit den dortigen Lernmaterialien und Zugangsquellen klarkommen
  • Nehmen sie sich die Zeit und suchen eine Bibliothek oder Buchhandlung auf und verschaffen sie sich einen Überblick, welche Möglichkeiten es in gedruckter Form gibt
  • Lehrbücher sind oft umfangreich und gehen detailliert in die Tiefe eines Themas-Skripten hingegen sind kompakt und bieten sich daher für den Einstieg in ein Thema gut an
  • In manche Studiengänge gibt es auch Studienkommentare, die die Prüfungsschwerpunkte im Besonderen behandeln
  • Klausuren zum Üben mit Musterantworten
  • Frage-Antwort-Bücher zum Abfragen und Überprüfen des gelernten Wissens
  • Karteikarten finden sich zu nahezu jedem Studiengang.

Wiegen sie Vor- und Nachteile der einzelnen Utensilien und Literatur ab. Wählen sie auch zwischen Zeit und Nutzen. So sind fertig bedruckte Karteikarten durchaus praktisch. Der Lerneffekt, die Karten selber zu erstellen, ist jedoch ebenfalls von unsagbarem Vorteil. Denken sie auch an das oben bereits Erwähnte zu passivem und aktivem Lernen. Einem Hörbuch „lauschen“, spricht andere Kanäle an und hat andere Aussichten auf Erfolg, als selber Fragen zu verfassen, Skizzen anzulegen und Aufgaben zu lösen. Finden sie die perfekte Mischung, die optimal auf ihren Lerntyp abgestimmt ist, so lernen sie effizienter, also erfolgreicher bei gleichem Zeitaufwand.

TIPP: Unterschätzen sie nicht, wie wichtig die richtige Lernumgebung ist. Lernen sie an einem ruhigen Ort – möglichst immer am selben und zur selben Zeit.
Vermeiden sie es, sich ablenken zu lassen.
Investieren sie Zeit in eine gute Vorbereitung zum Lernen, indem sie sich mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Materialien auseinander setzen und die für sie besten herausfinden.

AUTOR

Kevin Schroer

Hier schreibt für Sie Dipl. Kfm. Kevin Schroer - Seit meinem Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, im Fachbereich Betriebswirtschaft, schreibe ich für SIe über Fernstudiengänge und Fernkurs aus den Bereichen für Sprachen & Schulabschlüsse.

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