Lerngruppen im Fernstudium – Wie man im Fernstudium unter Leute kommt

Ein Vorurteil bezüglich aller Formen des Fernstudiums ist, dass Fernstudenten dazu verdammt seien, isoliert zu Hause als Einzelkämpfer zu bestehen. Dabei gibt es für Fernstudenten viele Möglichkeiten, unter Leute zu kommen – sei es, um sich einfach mal zu unterhalten, Erfahrungen auszutauschen oder um sich gemeinsam gezielt auf eine Prüfung vorzubereiten. Letztendlich liegt es an jedem Fernstudenten selbst, sich um den Kontakt zu Gleichgesinnten zu kümmern. Eine gute Fernschule unterstützt einen aber gerne dabei.

Tipp

Praktisch veranlagte Lerntypen sollten schon vor der Wahl der Fernschule prüfen, welche Möglichkeiten jede Schule im Einzelnen anbietet, um als Fernstudent unter Leute zu kommen.

Option 1: Übergreifende Foren und Netzwerke

Aufschlussreich ist in jedem Fall der Erfahrungsaustausch. Hierfür sind Menschen interessant, die den gleichen Kurs belegt haben, zumindest an derselben Fernschule lernen oder sich wenigstens ganz allgemein für ein Fernstudium entschieden haben. In allgemeinen Foren zu einer bestimmten Ausbildung, Schule oder Studienform lassen sich solche Leute ebenso schnell finden wie in sinnvoll benannten Gruppen sozialer Netzwerke. Wer sich hier einträgt, ist meistens ohnehin an einem Erfahrungsaustausch interessiert, also kann man sich ruhig zu ihnen gesellen und direkt Fragen stellen. Gerade in solchen Foren und Netzwerken kann man entscheiden, ob man aktiv mitschreibt oder nur passiv mitliest.

Option 2: Das Netzwerk der Fernschule

Gut organisierte Fernschulen jeglicher Art bieten ihren Schülern eine eigene Plattform zum Austausch an – etwa bei der FernUniversität in Hagen ist es die Plattform „moodle„, bei der jeder eingeschriebene Student automatisch einen Account besitzt. Der Vorteil einer solchen schulinternen Plattform ist, dass man hier direkt diejenigen findet, die sich in einer ähnlichen bis gleichen Situation befinden wie man selbst, was Schule, Kurs und Lernmodell betrifft. Oftmals werden solche Plattformen nicht nur für Fragen genutzt, sondern auch, um sich mit Mitstreitern aus der näheren Umgebung zu verabreden. So lassen sich in moodle alle Kommilitonen eines belegten Moduls anzeigen und dabei nach Wohnort sortieren. Auch hier ist jedem selbst überlassen, wie viel er fragt, berichtet, kommentiert und vorschlägt, und ob er überhaupt Treffen ausmacht.

Option 3: Veranstaltungen der Fernschule

Eine Fernschule, die sich um ihre Schüler und Studenten kümmert und dies sinnvoll mit ihrem Lehrangebot zu verbinden weiß, bietet Veranstaltungen an. Dies müssen nicht immer Pflichtseminare für Bescheinigungen oder Prüfungsvorbereitungen sein. Regional veranstaltete Auftaktveranstaltungen zum Beginn der Ausbildung sind sehr hilfreich, um die ersten Prüfer kennen zu lernen – und vor allem eben Kommilitonen, die zur gleichen Zeit mit demselben Kurs beginnen. Gerade Auftaktveranstaltungen können dazu genutzt werden, sich direkt in sinnvollen Lerngruppen zusammenzufinden und eine Telefonliste für alles Weitere zu erstellen. Auch ergibt sich schnell der eine oder andere Kontakt auf Infoveranstaltungen, die zum Beispiel beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten helfen sollen oder, wie im Falle der Hamburger Fern-Hochschule, einen Studiengang allgemein vorstellen. Selbst wer einfach nur einmal die Mensa seiner Fernschule besucht, könnte auf Gleichgesinnte stoßen. Das ist aber definitiv ein Weg für die ganz Spontanen.

Option 4: Übergreifender Kaffeeklatsch

Etwas, das vereinzelt bereits Anklang gefunden hat, sind lockere Zusammentreffen von Fernstudenten verschiedener Studiengänge, die beispielsweise derselben Fakultät angehören. Hier können sie sich über ein allgemeines Thema wie Abschlussarbeiten unterhalten. Beispielsweise kann jeder reihum seine Gliederungsidee vorstellen und diskutieren lassen. Gerade die Perspektive aus anderen Studiengängen kann dabei ergiebig sein. Das Studienzentrum Schwäbisch Gmünd veranstaltet solche Frühstücks- oder Kaffeetreffs für Kultur- und Sozialwissenschaftler, die so gut ankommen, dass andere Zentren das Konzept nun übernehmen wollen. Dies der eigenen Fernschule zumindest einmal vorzuschlagen, kann jedenfalls nicht schaden.

Option 5: Der Austausch mit Präsenzstudenten

Diese Idee ist so simpel, dass so mancher Fernstudent sie zu Anfang gar nicht in Betracht ziehen mag: Wer beispielsweise vor seiner ersten Hausarbeit sitzt oder sich auf seine erste mündliche Prüfung vorbereitet, kann auch gerne mal Präsenzstudenten dazu befragen – oder ihnen sogar Tipps geben. Vieles ist für Fern- und Präsenzstudenten immer noch gleich. Immerhin werden für das Fernstudium in der Regel keine ganz neuen Studiengänge oder Wissenschaften konzipiert. Was der BWLer von einer Präsenzuni über die Harvard-Zitierweise erzählen kann, gilt auch für Fernstudenten. Und was jemand, der in einer Agentur als Multimediadesigner arbeitet, über Videobearbeitung sagt, stimmt so höchstwahrscheinlich auch für die Prüfung in der entsprechenden ILS-Weiterbildung.

Checkliste für den Erfahrungsaustausch im Fernstudium:

  • In Foren und Netzwerk-Gruppen finden sich Studenten eines Studienganges
  • Im Netzwerk der Fernschule trifft man auf Kommilitonen, auch aus der Nähe
  • Auf Veranstaltungen der Fernschule kann man Mitstreiter auf gleichem Stand kennen lernen
  • Auf lockeren Treffen von Regionalzentren lernt man studiengangsübergreifende Perspektiven
  • Präsenzstudenten eignen sich genauso gut für einen Austausch

All diese Möglichkeiten können schnell und effizient dabei helfen, Gleichgesinnte zu finden, mit denen man sich austauschen kann. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, ob er diese Möglichkeiten überhaupt in Anspruch nimmt und was er dann daraus macht. Einige verabreden sich sofort für wöchentliche Lerntreffs vor einer Klausur. Andere treffen sich einmalig auf einer Veranstaltung und bleiben dann per E-Mail in Kontakt, um sich gegenseitig abzufragen oder zu motivieren. Wiederum andere wollen nur einmal locker jemanden treffen, der gerade Ähnliches durchmacht oder bei einer anstehenden Entscheidung helfen kann. Und dann gibt es noch wochenlange Exkursionen im Ausland, auf denen sich richtige Freundschaften bilden. Alleine ist ein Fernstudent also nur, wenn er es will.

AUTOR

Kevin Schroer

Hier schreibt für Sie Dipl. Kfm. Kevin Schroer - Seit meinem Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, im Fachbereich Betriebswirtschaft, schreibe ich für SIe über Fernstudiengänge und Fernkurs aus den Bereichen für Sprachen & Schulabschlüsse.

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